Gedichte für Kinder von Sibylle Hoffmann

Die Fliege

Ich bin eine bedeutende Fliege
Und fliege mit Fliegengepäck
Ich fliege, ich fliege, ich fliege
Und lande mitten im Dreck.

Ich bin eine bedeutende Fliege
Magst du mich etwa nicht?
Ich fliege und fliege und fliege
Und lande in deinem Gesicht.

Ich bin eine bedeutende Fliege
Du findest mich lästig und dumm?
Ich fliege und fliege und fliege
Jetzt schneller im Zimmer herum.

Ich bin eine bedeutende Fliege
Mit Nadelstreifen und so
Ich fliege, ich fliege, ich fliege
Und lande auf deinem Popo.

Heute auf https://www.dasgedichtblog.de/gedichte-fuer-kinder-folge-30-sechs-kindergedichte-von-sibylle-hoffmann/2017/08/10/#

Im Pharma-Zoo: Beitrag zur Blogparade von Madame Flamusse

Das Pillentier

Im Pharma-Zoo

Das Volta-Reh floh in den Wald
und Tili dient mir nur noch halb
auch Lisi hext nicht mehr
das Blut druckst so herum
hat wieder nix geschrieben
Ibu prooft die Herzfrequenz
und mir ist nichts geblieben
als du, der meinen Rücken krümmt

zur Strafe kriegst du von mir Strom
schlagartig prügelst du zurück
zusammen hält mich nur ein Stück
Tape, hellblau und chrom


Blogparade „Mein Körper (und ich)“: reingelesen.wordpress.com


Zu dem Gedicht einige persönliche Worte:
Als ich geboren wurde, hatte ich zwei deformierte Hüften (beidseitige Hüftdysplasie) und ein Bein, das nicht im Hüftgelenk verankert war (Luxation). Da man 1970 noch kein Ultraschallgerät hatte, wurde das erst bemerkt, als ich neun Monate alt war. Für die folgenden anderthalb Jahre wurde ich in einem Gipsbett und anschließend in einer sog. Spreizhose fixiert, um das Bein in die Hüfte zu bringen und das andere derweil am Wachsen zu hindern. Die Kante des Gipsbetts drückte auf meine Wirbelsäule, denn ich konnte nur noch im Bett liegen. Die Wirbelsäule deformierte sich und zwei Wirbel drehten sich von der Gipskante weg. Laufen lernte ich mit knapp drei Jahren, fiel aber ständig hin und hatte keine Fallreflexe. Mit acht Jahren begannen die Schmerzen, die ich bis heute habe und die nicht heilbar sind. Es sollte 44 Jahre dauern, bis ich erfuhr, dass ich auch einen genetischen Defekt habe und an dem Hypermobilitätssyndrom leide. Das bedeutet, dass mir ein Kollagen fehlt, aufgrund dessen mein Bindegewebe so schwach ist, dass ich mich sehr gut verrenken kann, aber keine Stabilität habe. Bindegewebe ist überall im Körper, die Bänder sind zu lax, es ist auch in den Knochen und Muskeln. Deshalb kann ich mir nur in engen Grenzen Kraft antrainieren, mein Körper kann die noch vorhandenen Hüft- und Wirbelsäulenanomalien nicht muskulär ausgleichen. Das ist der Grund für chronische Schmerzen, die mich nun seit 39 Jahren begleiten. Im Laufe der Zeit sind sehr viele Texte entstanden, ein Sachbuch über meine Art, mit Schmerzen zu leben, ist in Arbeit. Da ich in erster Linie Lyrikerin bin, habe ich überwiegend Gedichte über Schmerz geschrieben. Einige davon sind in meinem Buch „Der Boden des Dunkels“ veröffentlicht (BoD, 2011).
Das hier vorgestellte Gedicht ist eins aus einer sehr harten Phasen mit starken Schmerzen und wenig Hoffnung. Hier habe ich die Namen der Medikamente, die ich nehme,  persifliert und spreche den Schmerz als Gegenüber des literarischen Ichs an (du = der Schmerz).

Nicht jeder Tag ist so schwarz und das Dunkel ist nicht bodenlos! Man darf über dieses Gedicht auch lachen.

 

 

 

 

Versheimat – Folge 75: »Teichpumpenblues« — DAS GEDICHT blog

Leni Gwinner hat mit ihrem außergewöhnlichen und gelungenen Text einen der Preise beim Lyrikstier 2017 gewonnen.

Die begleitende Netz-Anthologie zu DAS GEDICHT 24, zusammengestellt und ediert von Fitzgerald Kusz und Anton G. Leitner Leni Gwinner Teichpumpenblues Täglich um 6 Uhr fünfunddreißig schaltet die Zeitschaltuhr mich ein Dabei bin ich schon seit Jahren, hier unten doch völlig allein Schlammig Wasser macht sich dann verbraucht auf seine Reise Zieht matschig, gatschig, quatschig…

über Versheimat – Folge 75: »Teichpumpenblues« — DAS GEDICHT blog

Ankündigung Blogparade

Unbedingt Leticia Wahl angucken! S. Gedichtfilm!

reingelesen

Ich möchte heute eine Ankündigung machen und hoffe demnächst mehr dazu schreiben zu können.
Wer hat wieder Lust auf eine Blogparade? Ich werde das diesmal erheblich weiter streuen wie sonst und bin auch auf Fb damit aktiv.

Das Thema wird sein: „Mein Körper (und ich)“ Überschrift und Teilbereiche natürlich frei wählbar.

Das ganze schwirrt mir schon ne ganze Weile im Kopf herum, einmal weil ich mich seit langem mit allen möglichen Themen zu Weiblichkeit und Frausein befasse ( Feminstisch und auch anders) und dazu auch das „Purpurnest auf Fb als kleine Networkingseite betreibe, weil es bei mir auf verschiedene Weise eine Rolle gespielt hat, weil ich erst zu klein war, dann zu dünn, dann krank und dann mir selbst zu dick, weil ich mich oft unwohl gefühlt habe oder den Eindruck hatte meinen eigenen Körper erst erobern zu müssen, weil ich immer noch ein Problem habe mich auf Fotos…

Ursprünglichen Post anzeigen 216 weitere Wörter

Wir-Stunden

Buchcover Rosendorn

I.
auf Reisen
mit dir
die Kraft
der Mut
heimatlos
zuhaus
du
durchmisst langen Schritts
deine kurzen meine ewigen
Stunden
es ist kalt
nichts wärmt

II.
du trägst
auf Händen
mein Herz
das leichte
mir selbst
wiegt es schwer
so schwer

III.
lass sie
nicht los
meine Hand
der Strom treibt
mich fort
ich gehe
wider den Wind
halt fest
sieh mich an
ich gehe
auf deinem Augenstrahl

(Maren Schönfeld, „mit einem Rosendorn“, BoD 2005)

Hier klicken, um das Buch bei Amazon anzusehen

Des eigenen Glückes Schmied sein …?!

Buchcover, Wiesenburg Verlag

So sagt ein altes Sprichwort, das mir bei dem Titel „Glück ist eine Entscheidung“ in den Sinn kommt. Ein wenig Skepsis kommt in mir hoch angesichts der gerade mal 81 Seiten, die „Handouts und Tools für Dein Glücklichsein“ enthalten sollen. Um es gleich vorweg zu nehmen: Jens Faber-Neuling schafft es, in diesem begrenzten Umfang eine Menge Impulse und Anhandgaben zu versammeln, mit denen die Leserschaft weiterarbeiten kann. Denn dafür ist das Buch gedacht, es ist ein Praxisbuch und schnell wird klar, dass es nicht reicht, es einfach durchzulesen. Die Mitwirkung des Lesers ist gefragt und es gelingt dem Bewusstseinscoach und Mentaltrainer Faber-Neuling, leidenschaftlich dazu zu motivieren.

In drei Kapiteln „Der Blick“, „Der Durchblick“ und „Der Durchmarsch“ geht es von der Analyse des Ist-Zustandes, des eigenen Wertegerüsts und der Prägungen über die Wünsche bis zur konkreten Formulierung von Zielen sowie Empfehlungen, wie man diese erreichen kann. Dabei fordert der Autor immer wieder zur schriftlichen Reflexion des Gelesenen auf, bevor der nächste Buchabschnitt angegangen wird. Sein Schreibstil ist erst etwas gewöhnungsbedürftig, denn er bedient sich keiner Schriftsprache, sondern als Leser kommt man sich eher so vor, als habe der Trainer eins seiner Seminare live mitgeschnitten und eins zu eins abtippen lassen. Hat man sich an diesen unmittelbaren Stil gewöhnt, kommen die Vorteile zum Ausdruck, nämlich die sehr unvermittelte Ansprache und Konzentration auf das Wesentliche, nicht zuletzt die Vermittlung des Inhalts auf Augenhöhe. Jens Faber-Neuling nimmt Bezug auf Forschungs- und Studienergebnisse, jedoch nur, um seine Thesen zu untermauern und nicht, um mit Wissen zu glänzen. Das Buch basiert auf „den geistigen Gesetzen, Lebensprinzipien, universellen Gesetzmäßigkeiten (…) sowie dem Gesetz von Ursache und Wirkung“ (S. 18). Es ist also keine Zauberei am Werk und der Leser braucht keine besonderen Fähigkeiten, um mit dem Text umzugehen.

Des eigenen Glückes Schmied sein …?! weiterlesen